Bolo do caco com Compota de Figo com Canela e Vinho do Porto – Madeirensische Süßkartoffelbrote aus der Pfanne mit Feigen-Portwein-Marmelade

von Fernwehküche
0 Kommentar
Bolo de caco com compota de figo -Süßkartoffelbrot mit Feigenmarmelade
Werbung ohne Auftrag da Personenverlinkung / Ich nehme euch heute mit auf einen kleinen Gedankenspaziergang nach Madeira. Die neue Runde Let’s Cook Together zum Thema Stullenliebe, die von der lieben Ina organisiert wird, hat mich ein bisschen in Erinnerungen schwelgen und mich sofort an meine heißgeliebten Süßkartoffelbrote denken lassen, die ich vor einigen Jahren auf Madeira kennen und lieben gelernt habe. Die madeirensische Spezialität „Bolo de caco“ wird irrtümlicherweise als Kuchen bezeichnet, tatsächlich handelt es sich hierbei eher um eine Art Fladenbrot, das mit Süßkartoffelpüree zubereitet und in der Pfanne ausgebacken wird. Die Zubereitung nimmt etwas in Zeit in Anspruch, aber der Aufwand lohnt sich!
2012 ging es für mich zum ersten Mal auf die grüne portugiesische Insel. Zu der Zeit bin ich im Rahmen des europäischen Leonardo da Vinci Programms für ein paar Monate in meiner damaligen EFD-Organisation tätig gewesen und habe mir die Wohnung mit einer sehr lieben und reiselustigen Italienerin geteilt. Nachdem wir einen richtig tollen Schnäppchen-Flug entdeckt hatten, ging es im Februar für eine Woche auf die Insel. Dort haben wir uns ein Auto gemietet und sind jeden Tag einen Teil der Insel abgefahren.
Süßkartoffelbrot
Ein portugiesisches Sprichwort sagt: Die beste Reisezeit in Madeira ist immer dann, wenn man dort ist.
Im Februar war es angenehm ruhig auf der Insel und wir sind nur wenigen Touristen über den Weg gelaufen – war das herrlich! Auch wenn Februar nicht gerade die typische Reisezeit ist, das subtropische Klima hat uns mit angenehmen, frühlingshaften Temperaturen um die 18 – 20° und ganz viel Sonnenschein verwöhnt. Im Norden war es zwar ein kleines bisschen grau und verregneter, aber im Süden der Insel lies es sich ganz wunderbar aushalten. In Funchal, der Hauptstadt Madeiras, haben wir die kulinarischen Spezialitäten etwas genauer unter die Lupe genommen und uns durch die leckere regionale Küche gefuttert. Schon vor unserer Reise wurde uns von unseren portugiesischen Bekannten und Freunden nahe gelegt, dass wir unbedingt den Bolo de caco probieren und Poncha trinken müssen. Gesagt getan!
Süßkartoffelbrot mit Feigenmarmelade
Bolo de caco war nicht schwer aufzufinden, das Brot Madeiras gibt es nahezu an jeder Ecke und wird in Cafés und Restaurants auch gerne als kleiner Snack serviert: aufgewärmt und mit Kräuter-Knoblauchbutter, mmhmm. An manchen Orten gibt es den Bolo de Caco auch Salat oder Hackfleisch gefüllt oder mit Schnittkäse und weiteren Brotaufstrichen belegt. Das Süßkartoffelbrot schmeckt einfach mit allem lecker!
Das runde, fluffige Fladenbrot wurde früher auf einem durch Glut aufgewärmten Basaltstein gebacken, den die Portugiesen als „Caco“ bezeichnen. Daher rührt auch der Name Bolo de Caco. Heutzutage wird das Brot in einer heißen Pfanne gebacken. Der Teig besteht traditionell aus Weizenmehl, Süßkartoffelpüree, Hefe, Wasser und Salz.
Wie bereits oben erwähnt, nimmt die Zubereitung etwas Zeit in Anspruch, aber dank Liebeserklärung an die Süßkartoffel, nehme ich dieses kleine Übel nur zu gerne in Kauf. Meistens bereite ich gleich 12 Brötchen auf einmal zu und friere einen großen Teil davon direkt ein – so gibt es immer frische Brötchen zuhause. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, das Fladenbrot in Brötchenform zuzubereiten und verwende lieber Dinkelvollkornmehl anstelle von Weizenmehl. Auch in der gesünderen Variante bleibt das Brot ein richtiger Leckerbissen.
Am liebsten esse ich die Süßkartoffelfladenbrote mit Käse. Wenn wir Besuch haben oder einfach mal genascht wird, dann kommt noch ein Klecks selbstgemachte Feigenmarmelade mit Portwein und Zimt oben drauf. Wer meinen Blog verfolgt weiß bestimmt, dass ich meine Alltagsküche überwiegend zuckerfrei gestalte, aber hin und wieder gibt es natürlich auch Ausnahmen und diese Marmelade ist auf jeden Fall eine kleine Sünde wert!  Aus diesem Grund habe ich den Bolo de caco mit Portwein-Feigenmarmelade auch zu meiner Lieblingsstulle auserkoren.
Süßkartoffelbrot mit Feigenmarmelade
Bist du neugierig auf das Rezept? Mit dieser Anleitung lassen sich die Süßkartoffelbrote auch zuhause zubereiten:

 

Bolo de caco
Vorbereitungszeit
25 Min.
Zubereitungszeit
2 Stdn.
Arbeitszeit
2 Stdn. 25 Min.
 

Madeirensische Süßkartoffelfladenbrote aus der Pfanne

Portionen: 12 Brötchen
Zutaten
  • 500 g Weizenmehl ( Gesunde Alternative: Vollkornmehl oder Dinkelvollkornmehl)
  • 250 g Süßkartoffelpüree
  • 20 g frische Hefe
  • 340 ml lauwarmes Wasser
  • 10 g Salz
Anleitungen
  1. Eine große Süßkartoffel schälen, in grobe Stücke würfeln und diese ca. 20-25 Minuten in Salzwasser kochen, bis die Süßkartoffel weich ist. Die Süßkartoffel mit einer Gabel pürieren, 250 g abwiegen und das Süßkartoffelpüree auf die Seite stellen.

  2. Die Hefe in 150 ml lauwarmen Wasser auflösen und während die Süßkartoffel kocht aufgehen lassen

  3. Das Mehl, Salz und Süßkartoffelpüree in einer Schüssel gut miteinander verrühren. Anschließend die Hefemischung hinzufügen und alles miteinander vermengen.

  4. Vorsichtig etwas Wasser hinzugeben und den Teig kneten. Es kann sein, dass nicht alles Wasser benötigt wird, deshalb am Besten nach und nach ein paar Schluck Wasser unter ständigem Rühren hinzufügen und den Teig mindestens 8-10 Minuten kneten. 

  5. Die Schüssel mit einem feuchten Tuch abdecken und den Hefeteig an einem Warmen Ort mindestens 1 Stunde gehen lassen.

  6. Anschließend den Teig mit bemehlten Händen zu 12 Bällchen formen, die einen Durchmesser von ca. 3 cm haben und um die 90 g wiegen. 

  7. Die Brötchen auf ein mit Backpapier belegtes und bemehltes Blech legen und mit einem feuchten Tuch abdecken. Die Brötchen weitere 15 Minuten gehen lassen.

  8. Eine beschichtete Pfanne auf den Herd stellen und diese bei niedriger Temperatur warm werden lassen. Wenn die Pfanne eine gleichmäßige Temperatur hat, ein bis zwei Brötchen vorsichtig auf dem Backpapier hineinheben und auf dem Backpapier etwa 5 Minuten backen lassen.

    Das Brötchen vorsichtig vom Backpapier schieben und weitere 5 Minuten backen lassen. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt, da man darauf achten sollte, dass die Luftbläschen nicht aus dem Teig gedrückt werden und das Brötchen seine fluffige Konsistenz bewahrt. Noch einmal umdrehen und von der anderen Seite 5 Minuten backen.

  9. Es empfiehlt sich, die Pfanne nach jedem Backvorgang mit einem trockenen oder leicht feuchten Küchentuch auszuwischen, um zu verhindern, dass das Mehl in der Pfanne anbrennt.

  10. Die Brötchen entweder direkt lauwarm servieren oder am nächsten Tag aufbacken und warm genießen.

Rezept-Anmerkungen

Tipp:

  • Verwendest du eine gute, beschichtete Pfanne kannst du das Brötchen auch direkt in die Pfanne geben (ohne das Backpapier) 
  • Die Brötchen lassen sich super portionsweise einfrieren, sodass immer eine Ration frische Brötchen im Haus ist.

 

Süßkartoffelbrot
Die Feigenzeit ist schon fast wieder vorbei, aber falls du noch ein paar gute Früchte erwischt, dann fülle dir ein bisschen Feigenglück ins Glas und probiere unbedingt meine Feigen-Marmelade mit Portwein und Zimt aus:

 

Compota de Figo com Canela e Vinho do Porto
Vorbereitungszeit
35 Min.
Zubereitungszeit
20 Min.
Arbeitszeit
55 Min.
 

Feigen-Marmelade mit Portwein und Zimt

Portionen: 3 Glässchen á 200 ml
Zutaten
  • 750 g Feigen
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • 1 Zimtstange
  • 50 ml Portwein
Anleitungen
  1. Die Feigen waschen, trocknen und die Stiele entfernen. Die Feigen vierteln und mit dem Gelierzucker in einen Topf geben und alles gut miteinander vermischen.

  2. Die Feigen ca. 30 Minuten im eigenen Saft ziehen lassen

  3. Den Topf auf die Herdplatte stellen, Zimtstange und Portwein hinzugeben und die Marmelade zum kochen bringen. 

  4. DIe Marmelade ca. 10-15 Minuten vor sich hin köcheln lassen

  5. Anschließend die Marmelade in die ausgekochten, sterilen Gläschen füllen und sofort verschließen

 

Süßkartoffelbrot mit Feigenmarmelade
Neben dem Bolo de Caco haben wir natürlich auch das madeirensische Nationalgetränkt gekostet. Es besteht aus Honig, Zitronensaft und aus Zuckerrohrschnaps, der auf der Insel hergestellt wird. Die Portugiesen bezeichnen das gelbe Gesöff auch als Medizin und ganz ehrlich: genau so hat es geschmeckt! Auf meine Liste der Portugiesenlieblinge hat es Poncha bestimmt nicht geschafft, aber immerhin bin ich um eine kulinarische Erfahrung reicher ;-)
Dafür hat uns die regionale Küche reichlich entschädigt und auch ein weiteres Highlight war der Besuch des berühmten Bauernmarktes – der Mercado dos Lavradores. Von exotischen Früchten, frischem knackigem Gemüse, Blumen in ihrer bunten Farbenpracht, frischem Fisch, Kräuter und allerhand Gewürze gab es dort wahnsinnig viel zu entdecken. Allerdings sollte man sich vor den frechen Marktverkäuferinnen in Acht nehmen, die Touristen gerne mal mit leckeren Früchten locken und verköstigen um ihnen anschließend eine Tüte mit halbreifen exotischem Obst zu überteuerten Preisen aufzuschwatzen. Wir wären damals fast drauf reingefallen und haben uns zum Glück noch einmal umgeschaut und sind an einem anderen Stand mit wesentlich akzeptableren Preisen fündig geworden.
Wir haben sehr viele wunderschöne Eindrücke auf der Insel gesammelt, sind durch die Berge gefahren, an wilden Kühen die friedlich neben den Straßen grasen vorbei gefahren, habe uns die typischen madeirensischen Häuschen angesehen und sind sogar auf Fischer getroffen, die am Strand Bacalhau, den berühmten portugiesischen Stockfisch, getrocknet haben. Ein paar Madeira Eindrücke findet ihr hier:
Du warst auch schon auf Madeira und möchtest mit mir gemeinsam in Erinnerungen schwelgen? Erzähl mir von deinen Lieblingsplätzen auf der Insel und von deinem liebsten Urlaubsmoment! Ich freue mich auf deine Erzählungen!
Bom proveito

Das könnte dir auch gefallen:

Hinterlasse einen Kommentar

Cookies erleichtern die Bereitstellung meiner Dienste. Mit der Nutzung meiner Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass ich Cookies verwende. Einverstanden Mehr erfahren