Intuitives und achtsames Essen und ein Rezept für eine schnelle Avocadosuppe

von Fernwehküche
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Avocadosuppe im Brot

Werbung ohne Auftrag // Jetzt ist es schon wieder ein paar Wochen her, als ich hier auf dem Blog von meinen Projekt Wohlfühlmensch erzählt habe. Heute möchte ich die Zeit dafür nehmen, von meinen Erkenntnissen und Erfahrungen der vergangenen Wochen zu berichten und über das Thema intuitives und achtsames Essen zu reflektieren. Außerdem gibt es neues Rezept aus meiner Wohlfühlküche: eine schnelle Avocadosuppe mit Erbsen und Garnelen.

Intuitives und achtsames Essen – ganz ohne Diäten und mit viel Selbstliebe zum Wohlfühlkörper

Seit Anfang des Jahres setze ich mich intensiv mit dem neuen Ernährungstrend „Intuitives und achtsames Essen“ auseinander. Über den Wohlfühlgewicht-Podcast von Mareike Awe habe ich sehr viele interessante Infos und Tipps zu dem Thema gesammelt und viele positive Denkanstöße erhalten.

Eine intuitive und achtsame Ernährungsweise ist eng verknüpft mit Selbstakzeptanz und Selbstliebe. Wer beschließt intuitiv zu Essen verabschiedet sich von Diätgedanken. Das Diätdenken schadet uns langfristig auf körperlicher und psychischer Ebene. In den meisten Fällen führt es dazu, dass wir uns in unserem Körper unwohl fühlen und oftmals das Gegenteil bewirken: wir nehmen wieder zu. Beim intuitven Essen dagegen geht es vor allem darum mit dem eigenen Körper zusammenzuarbeiten anstatt gegen ihn anzukämpfen. Es bedeutet auf die Bedürfnisse des Körpers einzugehen und ihm das zu geben, was ihm gut tut.

Ich selbst habe schon viele Diäten ausprobiert und kann davon ein Lied singen. Ich habe mich noch nie hundertprozentig wohl in meiner Haut gefühlt und habe es lange Zeit so hingenommen, mich aber nie wirklich selbst akzeptiert. Seit ich mich mit dem Thema auseinandersetze, habe ich mich von vielen alten Glaubenssätzen verabschiedet und unglaublich viel in Sachen Selbstakzeptanz und Selbstliebe dazu gelernt. Ich bin sehr froh gerade Bekanntschaft mit meinem neuen Wohlfühlich zu machen.

Avocadosuppe im Brot

Die vier Prinzipien von Intuitivem und achtsamen Essen:

Für alle Neuankömmlinge fasse ich hier noch einmal kurz die vier Prinzipien zusammen, auf die sich das intuitive und achtsame Essen stützt:

  1. Iss dann wenn du hungrig bist (und nur dann)
  2. Iss was dir schmeckt und gut tut
  3. Genieße langsam und achtsam
  4. Höre auf wenn du satt bist

Vier einfache Prinzipien, die ich mir inzwischen hunderte Male durchgelesen habe und daran arbeite sie zu verinnerlichen. Wenn ich auf die Zeilen blicke, kommt mir immer wieder der Gedanke auf, dass man doch eigentlich davon ausgehen sollte, dass es eine Selbstverständlichkeit seine Ernährung nach den Prinzipien auszurichten. Ganz ehrlich, ist es aber nicht!

Der Startschuss zum intuitiven und achtsamen Essen

Dank meiner Erfahrung mit der zuckerfreien Ernährung, die ich im letzten Jahr gemacht habe, habe ich bereits viel über meinen Körper gelernt. Ich konnte mir bewusst machen, was mir in Sachen Ernährung gut tut und was nicht. Dadurch setzte ich mich bereits unbewusst aber sehr intensiv mit dem zweiten Prinzip auseinander.

Im ersten Schritt will ich deshalb vor allem auf die anderen drei Prinzipien achten bzw. mich auf das Zusammenspiel der vier Prinzipien fokussieren. Nachdem ich jeden Tag eine Folge des Podcasts gehört habe, wurde ich achtsamer in Bezug auf mein Hungergefühl, aber auch auf die Nahrungsaufnahme. Ich achtete vor allem darauf, wie sich Hunger für mich anfühlt und ob sich der Hunger nach bestimmten Zeiten bzw. zeitlichen Abständen richtet. Außerdem nahm ich mir bewusst Zeit für meine Mahlzeiten und aß ohne Ablenkung. Auf einmal wurde das Essen, das sonst eher eine Nebenaktivität für mich war, zu einer bewussten Beschäftigung in meinem Tagesablauf.

Iss dann wenn du hungrig bist (und nur dann)

Hunger ist im Grunde eine ziemlich komplexe Sache. Die Kunst besteht vor allem darin echten Hunger von emotionalen Hunger zu unterscheiden. Auf Pinterest habe ich eine interessante Grafik gefunden, die die sieben Arten des Hungers aufzeigt:

  • Augenhunger – ensteht beim Anblick von leckerem Essen
  • Nasenhunger – wird durch Gerüche ausgelöst
  • Mundhunger – entsteht durch das Bedürfnis nach einer bestimmten Konsistenz, z.B. wenn man etwas knuspriges möchte oder einfach etwas kauen mag
  • Magenhunger – ist wohl das eindeutigste Signal von Hunger, der Magen knurrt zum Beispiel und will so schnell wie möglich Nahrung
  • Herzhunger – wird auch als emotionaler Hunger bezeichnet und entsteht z.B. durch Stress, Liebeskummer oder Langeweile
  • Gedankenhunger – wird durch Diätgedanken oder Gewohnheiten verursacht, z.B. wenn du es gewohnt bist jeden Tag zur selben Zeit Mittag oder wenn du dir bestimmte Lebensmittel verbietest und Heißhunger darauf entwickelst
  • Zellulärer Hunger – entsteht durch Nährstoffmangel und kann sich z.B. durch Heißhunger ausdrücken.

Hunger kennen lernen und „echten“ Hunger von „Kopfhunger“ unterscheiden lernen

Ich wage mal zu behaupten, dass wir größtenteils mit Herz- und Gedankenhunger konfrontiert sind. Wir greifen oft zum Essen, obwohl wir gar nicht wirklich hungrig sind. Deshalb fand ich es um so spannender mich mit dem echten Hunger zu beschäftigen. Nach dem Startschuss achtete ich bewusst darauf und analysierte, wie sich Hunger für mich anfühlt.

Denn tatsächlich fühlt sich Hunger für jeden von uns anders ein. Magenknurren, Müdigkeit, ein Ziehen im Magen, flatternde Nerven, Kopfweh können alles „Symptome“ sein, durch die der Hunger zum Ausdruck gebracht wird. Doch auch Durst kann sich beispielsweise wie Hunger anfühlen. Deshalb sollte man darauf achten, genug im Laufe des Tag zu trinken.

Wichtig beim intuitiven Essen ist es, dass man die Anzeichen des Hungers so früh wie möglich erkennt und handelt. Wenn sich erst einmal der Magenhunger meldet und dein Magen dir laute, deutliche Signale sendet ist es eigentlich schon zu spät. In solchen Fällen besteht die Gefahr, dass wir das Essen zu schnell in uns hineinschaufeln und leicht über unser Sättigungsgefühl hinaus essen. Daher solltest du bereits bei leichtem Hunger etwas essen.

So fühlt sich also Hunger an

Anfangs fiel es mir echt schwer echten Hunger von emotionalen Hunger zu unterscheiden. Ich war mir oft unsicher, ob mir meine Gefühle Hunger vorgaukeln oder ob ich echten Hunger verspüre. Im Zweifelsfall habe ich erst einmal ein Glas Wasser getrunken und abgewartet. Außerdem habe ich in mich hineingehorcht und immer wieder hinterfragt, ob meine Gefühle mich zum Essen verleiten möchten, oder ob mein Körper tatsächlich Energie braucht.

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich ein Verständnis für die Bedürfnisse meines Körpers entwickelt habe. Morgens zum Beispiel verspüre ich nur selten Hunger, fühle mich dafür aber müde und ausgepowert. Erst nach dem Frühstück merke ich, wie mein Körper aufwacht und fit ist um in den Tag zu starten. Ich habe auch gelernt, dass ich keine große Portionen essen muss, um meinen Hunger zu stillen, dafür aber mehrmals am Tag kleinere Portionen bzw. Snacks benötige.

Eine große Umstellung ist es, die Mahlzeiten nicht nach vorgegebenen Uhrzeiten auszurichten, sondern nach dem Hungergefühl. Schon von klein auf lernen wir unsere Mahlzeiten nach bestimmten Zeiten auszurichten. Wir gestalten unseren Alltag nach Zeitplänen, die größtenteils fremdbestimmt sind. Das Frühstück muss gegessen werden bevor wir uns zur Schule, Uni oder Arbeit aufmachen. Unsere Mittagspausen sind durch feste Pausenzeiten unseres Arbeitgebers oder die Öffnungszeiten der Kantine vorgegeben und in vielen Familien wird nach einer bestimmten Uhrzeit Abend gegessen.

Mit Hilfe von Meal Prep die Mahlzeiten so flexibel wie möglich gestalten

Ich habe das Glück meine Mahlzeiten selbstbestimmt zu gestalten und setze auf Meal Prep um dann zu essen, wenn sich bei mir der echte Hunger meldet. Überlege dir also im ersten Schritt, wie du deine Mahlzeiten im Alltag flexibel gestalten kannst und bereite dich darauf vor.

Mein Frühstück bereite ich zum Beispiel am Morgen vor und manchmal esse ich bevor es los ins Büro geht. Oft nehme ich mir mein Frühstück auch mit und frühstücke, wenn ich im Büro angekommen bin. Außerdem habe ich immer ein paar Snacks dabei, die mir helfen den kleinen Hunger zwischendurch zu überbrücken.

Im Büro haben wir eine kleine Küche mit Mikrowelle. Da wir abends meistens frisch kochen, bereite ich meistens die doppelte Menge zu. Falls ich keinen Hunger habe, packe ich meine Portion einfach ein und wärme sie am nächsten Tag auf. An manchen Tagen sättigt mich das Frühstück bis zum Mittag und der Hunger meldet sich um die Mittagszeit. An anderen Tagen verspüre ich bereits gegen 11.00 Uhr Hunger, dann greife ich auf einen der mitgebrachten Snacks oder einen Smoothie zurück. Oftmals sättigt mich die Zwischenmahlzeit für einige Stunden und ich esse erst am Nachmittag so auf 15.00h oder 16.00h zu Mittag.

Meal Prep ist wirklich einen enorme Hilfe. Es spart Zeit, ist flexibel und unterstützt das intuitive Essen. Du wirst nicht dazu verleitet zu ungesunden Alternativen zurück zu greifen, weil du vom Hunger getrieben bist und es wirkt sich sogar positiv auf deine Finanzen aus, weil du deine Mahlzeiten genau planst und entsprechend dafür einkaufst.

Avocadosuppe im Brot

Liebes Wohlfühlich, es ist schön deine Bekanntschaft zu machen

Eigentlich hatte ich vor, in diesem Artikel noch auf die beiden anderen Prinzipien einzugehen, aber ich stelle gerade fest, dass dies den Rahmen des Beitrags sprengen würde. Deshalb mache ich hier Schluss für heute und schließe den Beitrag mit einem leckeren Wohlfühlrezept ab.

Während ich mich auf die vier Prinzipen des intuitiven Essens konzentriere, lerne ich jeden Tag meinen Körper besser zu verstehen. Dank der Auseinandersetzung mit meinem Hungergefühl, verstehe ich inzwischen besser, in welchen Situationen ich zu emotionalem Essen tendiere und kann entsprechend darauf reagieren. All das ist ein langsamer Prozess, ein Prozess des Lernen und Verstehens. Es läuft nicht immer ganz rund und ich merke, dass ich immer wieder in alte Muster zurückfalle.

Doch mittlerweile erkenne ich, wenn das der Fall ist und diese Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Ich freue mich durch die Erfahrungen der vergangenen Wochen endlich Bekanntschaft mit meinem Wohlfühlich zu machen und spüre mit jedem Tag, wie das Thema mich zu einem Wohlfühlmenschen macht. Und auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, das gerade nicht alles so perfekt läuft, so bin ich doch dankbar für all die kleinen positiven Veränderungen, die sich das intuitive Essen bewirkt.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag vermitteln, wie vielfältig und unglaublich spannend das Thema intuitives Essen ist und dir ein paar nützliche Infos zur Hand geben. An dieser Stelle möchte ich dir nochmal den Wohlfühlgewicht-Podcast von Mareike Awe empfehlen, über den du viele weitere nützliche Tipps und einen super Einstieg in das Thema erhältst. Hierbei handelt sich übrigens um eine Herzensempfehlung und keine gesponserte Werbung.

Rezept für eine schnelle Avocadosuppe

Das Rezept für die schnelle Avocadosuppe ist ein tolles Wohlfühlrezept, das ich von einer Freundin erhalten habe. Ich war davon so begeistert, dass ich es direkt nachgekocht habe. Die Avocadosuppe ist in 15 Minuten zubereitet und im Tassenbrot serviert, wird sie zu einem richtigen Hingucker.

Avocadosuppe im Brot

Schnelle Avocadosuppe mit Erbsen und Garnelen
Vorbereitungszeit
10 Min.
Zubereitungszeit
5 Min.
Arbeitszeit
15 Min.
 
Gericht: Avocadosuppe, Suppe
Keyword: Avocadosuppe, Garnelen, Suppe
Portionen: 2 Personen
Zutaten
  • 2 reife Avocados
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 1-2 EL Sesam
  • 250 g Garnelen
  • 1 Handvoll Kürbiskerne
  • 1 Handvoll Erbsen
  • Salz und Pfeffer nach Belieben
Anleitungen
  1. Die Avocado schälen und würfeln und zur Gemüsebrühe hinzufügen.

  2. Mit dem Pürierstab fein pürieren. 

  3. Garnelen und Erbsen hinzufügen und kurz aufkochen. 

  4. Mit Sesam und Kürbiskernen toppen.

Rezept-Anmerkungen

Tipp:
Für einen echten Hingucker die Suppe im Tassenbrot servieren. Das Tassenbrot kann man bei dem ein oder anderen Bäcker vorbestellen oder einfach selber backen. Da es es dieses Mal schnell gehen musste, habe ich auf das Brot vom Bäcker zurück gegriffen. 

Avocadosuppe im Brot

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Lust auf noch mehr Infos und nützliches Tipps?

Auf meinem Pinterest Projekt Wohlfühlmensch sammle ich viele interessante Beiträge rund um das Thema, schau doch mal vorbei!

Pinterest_Pinnwand_Wohlfuehlmensch

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Avocadosuppe im Brot Pinterest-GrafikSchnelle Avocadosuppe mit Garnelen und Erbsen im Tassenbrot

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2 Kommentare

Kathrina 27. Februar 2019 - 13:49

Liebe Katrin,

ein sehr schöner Artikel. Das Thema spricht mich wirklich total an und ich erkenne mich teilweise wieder. Du hast Recht, eigentlich müsste intuitives und achtsames Essen selbstverständlich sein, aber man erwischt sich doch hin und wieder dabei, dass man einfach mal zu den Keksen greift, weil sie da halt gerade rumstehen… Ich freue mich schon auf weitere Artikel zu diesem Thema.
Liebe Grüße,
Kathrina

Reply
Fernwehküche 6. März 2019 - 15:50

Vielen lieben Dank für deine lieben Worte liebe Kathrina!
Ich finde das Thema so spannend und vielfältig und denke, dass wir uns alle hier und da wiedererkennen. Ich freue mich, wenn du hier vorbei schaust und auf dem Laufenden bleibst! Ich werde auf jeden Fall weiter davon berichten :-)

Liebe Grüße,
Katrin

Reply

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