Bolo de arroz – Der portugiesische Reis-Muffin

#Portugiesisch, Süßes | 30. Oktober 2017 | By

Der Reis-Muffin, der eigentlich kein Muffin ist – mein Star unter den Portugiesen-Klassikern! Bolo de Arroz (ausgesprochen: Bolu de Ahrrooosch) sind kleine Rührküchlein, die an Muffins erinnern und mit Reismehl gebacken werden. Sie gehören zum  traditionellem Gebäck und sind in fast jedem Café vorzufinden. Der Teig ist schön fluffig und saftig, ein Hauch Zitrone rundet das Genusserlebnis ab! Dazu ein Glas Galão und ich bin im siebten Portugiesen-Himmel.
 
Kennst du das? Der Geruch von warmen, frisch gebackenem Kuchen breitet sich langsam in der Wohnung aus. Du hängst vor dem Ofen, schielst gespannt auf dein frisch zubereitetes Werk. Während du beobachtest wie der Teig wächst und zunehmend Form gewinnt, wirst du ganz hibbelig und deine Vorfreude steigt ins Unermessliche. Dann ist es endlich so weit. Die Zeituhr klingelt, raus aus dem Ofen und abkühlen. Endlich! Meine ‚Bolos de arroz‘ sind fertig!
 
 
 
Es riecht genauso wie in der kleinen Backstube in Corroios, in der man in den frühen Morgenstunden an die Hintertür klopfen kann. Tag für Tag macht sich dort Senhor Zé an die Arbeit und wer eintritt, kann ihm direkt bei der Zubereitung von Pasteís, Queijadas und Queques zusehen. Bei Senhor Zé habe ich den ‚Bolo de arroz‘ für mich entdeckt. Fluffig, süß (aber nicht zu süß), mit einem Hauch Zitrone.

So, jetzt will ich aber wissen, ob das Experiment geglückt ist. Ein Biss vom noch warmen Reis-Muffin. Freudentanz. Schmeckt genau wie bei Senhor Zé oder sogar noch besser!
 
 
 
Natürlich soll der ‚Bolo der arroz‘ nicht nur schmecken, sondern auch noch möglichst original-getreu aussehen. 
Zylinder-förmig, in Papier mit blauem ‚Bolo de arroz‘ Aufdruck eingewickelt – so kennt man ihn aus den portugiesischen Pastelerias. Die Portugiesen haben extra Förmchen dafür, die man aber auch ganz leicht mit Backpapier und einem Stück Schnur nach basteln kann.
 
Und so geht’s:
Zeichne  24 runde Kreise mit einem Durchmesser von ca. 5-6 cm auf Backpapier und schneide die Kreise aus.
Ich habe dafür eine kleine Flasche zur Hilfe genommen.
 
 
Als nächstes musst du 12 Backpapier-Streifen zurecht schneiden, die ca. 5 cm breit und 15 cm lang sind.
Wickle die die Streifen um deinen Hilfsgegenstand, in meinem Fall war das die Flasche und halte den Steifen mit der Hilfe einer Schnur zusammen.
Schneide dann in das untere Ende mit mehreren Schnitten ein. Jetzt kannst du den Boden hineinlegen und die eingeschnittenen Enden umknicken. Einen zweiten Boden habe ich dann auf die Außenseite geklebt, damit das Förmchen zusammenhält. Wenn du magst, kannst du die Backpapier-Förmchen in eine Muffins-Form setzen:
 
Der klassische Reiskuchen wird mit einer Mischung aus Weizen- und Reismehl zubereitet, das ihr im Reformhaus oder im Bio-Supermarkt bekommt (ich bin bei Alnatura fündig geworden). Ersetzt man das Weizenmehl komplett durch das Reismehl ist das Rezept sogar glutenfrei.
 

 

Bolo de arroz
Reis-Muffins (für 12 Muffins)
Autor: Fernwehküche
Zutaten
Zutaten
  • 300 g Zucker
  • 150 g weiche Butter
  • 25 g Hefe
  • Schale einer Zitrone
  • 6 Eier + Milch beides zusammen 500 ml
  • 300 g Weizenmehl
  • 150 g Reismehl
Anleitungen
Zubereitung
  1. Zucker, Butter und die Zitronenschale schaumig schlagen.
  2. Die Hefe in einem EL Milch auflösen und ebenfalls unter den Teig schlagen.
  3. Als nächstes werden die Eier und Milch,die zusammen 500ml ergeben, hinzugefügt und der Teig so lange geschlagen, bis eine cremige Masse entsteht.
  4. Zuletzt wird das Mehl hinzugegeben und alles so lange vermischt, bis wir eine luftige homogene Masse erhalten.
  5. Jetzt kann der Teig in die Förmchen. Fülle dazu die Förmchen zu zwei Dritteln mit Teig.
  6. Die Reis-Muffins werden zunächst 5 min auf 200 Grad im vorgeheizten Backofen gebacken. Stelle dann die Temperatur auf 170-180 Grad herunter. Wenn der Teig sich hebt, aber noch keine Farbe hat, kannst du ein bisschen Zucker darüber streuen, um die charakteristische Kruste zu erhalten, die so lecker schmeckt. Warte bis der Teig durchgebacken ist und nehme die 'bolinhos' aus dem Ofen.
  7. Die Backzeit beträgt in etwas 20 - 30 Minuten.
Rezept-Anmerkungen

Tipp:
Ein Freund aus Portugal hat mir verraten, dass im ursprünglichen Rezept Orangenschale anstelle von Zitronenschale verwendet wird. Ich habe mich dieses Mal an Luís Rezept gehalten, aber beim nächsten Versuch werde ich die Orangen-Variante ausprobieren und bin gespannt, ob sich ein Unterschied herausschmecken lässt.

Adapted from Luís' Blog

 
 
Ich hoffe, ihr habt beim Ausprobieren genau so viel Spaß wie ich es hatte!
 
Bom proveito

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Comments

  1. Leave a Reply

    Ursula
    14. Juni 2018

    Weißt du was – ich bin STOCKSAUER, dass ich deine Anleitung für diese selbstgemachten Backpapier-„Förmchen“ ausprobiert hab! Erst mal dauert das Ausschneiden der ganzen Einzelteile ewig! Dann hätte ich gerne gesehen, wie du die erste Lage Backpapier-Böden in die gewickelten Papierstreifen hineinbekommen und die eingeschnittenen Stellen darum geknickt bekommen hast – das ist nämlich absolut unmöglich!!
    Weiter hab ich das Ganze gar nicht gemacht, weil ich bis dahin schon so unfassbar viel Zeit verschwendet hab!!

    • Leave a Reply

      Fernwehküche
      14. Juni 2018

      Liebe Ursula,
      es tut mir sehr leid, dass du mit der Anleitung nicht klar gekommen bist. Wie im Beitrag erwähnt, habe ich eine Kleine Glasflasche als Hilfsmittel verwendet. Du kannst aber auch z.B. ein Glas nehmen. Die Papiersteifen habe ich im ersten Schritt um den Flaschenbauch gewickelt und mit einer Schnur fest gebunden um die Streifen zusammenhalten. Im nächsten Schritt habe ich das Papier ein bisschen über den Flaschenboden gezogen, sodass ich sie an den Seiten einschneiden konnte. Dann habe ich den Boden auf den Flaschenboden gelegt, ein bisschen Kleber auf die eingeschnittenen Papierkanten gegeben und diese auf den Boden geklebt. Das hat für mich ganz gut funktioniert, aber ich gebe dir recht: es ist schon etwas Arbeit, man sitzt eine Weile dran und es fällt nicht wirklich in die Kategorie ‚Alltagstauglich‘.

      Mittlerweile habe ich mir Metallringe zugelegt, in die ich das Papier lege und die dann auch die Papierstreifen während des Backens zusammen halten. Davor habe ich die Bolos auch schon in kleinen Weckgläsern gebacken. Inzwischen gibt es ja auch ganz hübsche Kuchenförmchen in Zylinderform. Auf einem anderen Blog wurden sogar Tomatendosen zum Backen verwendet, die genaue Anleitung findest du hier: https://zuckerimsalz.wordpress.com/2014/01/25/bolos-de-arroz/

      Ich wünsche mir, dass du dir dadurch nicht die Freude am Backen vermiesen lässt und drücke dir die Daumen, dass du eine Lösung findest die dir nicht den Spaß verdirbt.

      Liebe Grüße,
      Katrin

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