Pastéis de Peixe – Portugiesische Fischküchlein

Tadaaaaa endlich ist es so weit! Herzlich Willkommen beim Geschmacksevent Kräutertage! Die liebe Juliane von @Geschmacksliebe hat ein ganz wunderbares Blogevent auf die Beine gestellt und ich freue mich riesig als Kräuterpatin für die Petersilie mit dabei zu sein!

Was erwartet uns beim Geschmacksevent Kräutertage?

Passend zum Frühlingsstart wandern wir gemeinsam mit Juliane durch das Kräuterbeet. Bereits seit Dienstag stellt Juliane auf Ihrem Blog jeden Tag ein Kraut mit passendem Rezept vor. Unser Blogger-Kräuterbeet erfreut sich an einer bunten Vielfalt an Kräutern und bietet süße, scharfe und herbe Aromen. Von Rosmarin, Schnittlauch, Petersilie und Estragon über Löwenzahn, Kamille, Koriander, Salbei, Brennnessel, Zitronenmelisse und Pfefferminze sind noch viele weitere Kräuter mit dabei. Es warten tolle Infos rund um die Kräuterpracht, ganz großartige Rezeptideen und Leckereien auf uns!
 

Fernwehküches Kräuterbeet

Ich liebe es mit frischen Kräutern zu kochen! Kräuter geben den Speisen den richtigen Pepp und es ist jedes Mal ein Genuss, wenn sich beim Kräuterhacken das für jenes Kraut typische Aroma in der Küche verbreitet.

Hätte ich ein Haus mit einem eigenen Garten, dann würde ich sofort mein eigenes Kräuterbeet anlegen. Kleine und große, grüne, silbrige oder gelbbunte Blätter, verschieden farbige Blüten und ganz unterschiedliche sinnliche Eindrücke. Doch auch in unserer kleinen Stadtwohnung wird auf den Genuss von frischen Kräutern nicht verzichtet. Das Fensterbrett in der Küche ist stets mit einer kleinen Auswahl an frischen Kräutern geschmückt und auf getrocknete Kräuter wird eher selten zurückgegriffen.
Ein stetes Plätzchen unter den Kräuterfreunden hat sich vor allem die Petersilie ergattert. Diese ist bei unseren regelmäßigen Ausflügen in die Portugiesische Küche ganz einfach unabkömmlich. Im Allgemeinen werden Gewürze in der portugiesischen Küche eher zurückhaltend verwendet, jedoch spielen u.a. Koriander, Muskat, Nelken und auch Petersilie eine wichtige Rolle.
 

Bevor es mich für zwei Jahre nach Portugal verschlug, war ich lediglich mit der krausen Petersilie vertraut. Diese wuchs bei Omi im Garten und wurde neben Schnittlauch gerne und viel in den Speisen verwendet. In Portugal hingegen wird ausschließlich mit glatter Petersilie gekocht. Bis zu meiner Ankunft in Portugal war mir nicht bewusst, dass es eine krause und eine glatte Version der Petersilie gibt und ich erinnere mich noch sehr gut an einen verzweifelten Streifzug durch den portugiesischen Supermarkt, bei dem ich einfach keine Petersilie finden konnte. Erst nach einigen weiteren Ausflügen in den Supermarkt und dank der Zuhilfenahme eines Wörterbuchs wurde das Rätsel gelöst! Damals habe ich auch gelernt, dass glatte Petersilie viel intensiver und aromatischer im Geschmack ist – was vermutlich einer der Gründe ist, weshalb die Portugiesen so gerne damit kochen.

Mein Beitrag zu den Kräutertagen: Pastéis de Peixe (Portugiesische Fischküchlein)

Heute ist es nun so weit: Meine Fernwehküche lässt grüßen! Das Rezept, das ich für unseren Kräuterstreifzug ausgesucht habe lehnt an die berühmten ‘Pastéis de Bacalhau‘ an. ‘Pastéis de Bacalhau‘ sind frittierte Bällchen aus Kartoffeln und Stockfisch und gehören zu den klassischen Petiscos (portugiesische Tapas).
Bacalhau ist ein gesalzener und getrockneter Fisch. Der Fisch kommt in sehr, sehr vielen Gerichten vor und zählt nicht ohne Grund zu den portugiesischen Nationalspeisen. In meinem Küchenschrank steht unter anderem das Kochbuch ‘1001 Bacalhau-Rezepte‘, das ich vor einigen Jahren von lieben Freunden zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Das gibt ein klein wenig Aufschluss darüber, wie sehr die Portugiesen auf Bacalhau abfahren ;-) Vor dem Verzehr muss der Fisch erst einmal für eins bis zwei Tage in Wasser eingelegt werden, wobei es sich empfiehlt das Wasser hin und wieder zu wechseln, ansonsten ist er ungenießbar.
 

Eigentlich hatte ich geplant heute das portugiesische Originalrezept vorzustellen und dazu zwei, drei alternative Varianten zum nachkochen. Bacalhau ist nämlich hierzulande gar nicht so einfach zu bekommen. Leider wurden mir bei der Bacalhau-Beschaffung ziemlich viele Hürden in den Weg gelegt. In Freiburg gibt es einen portugiesischen Feinkosthändler, der um diese Zeit normalerweise immer Bacalhau führt. Nachdem ich jedoch zwei Mal vor verschlossener Türe stand, habe ich mich kurzerhand dafür entschieden auf einen Online Shop auszuweichen. Gesagt, getan! Meine Vorfreude auf das Paket wurde dann leider durch die deutsche Post zerschlagen. Eben noch die Versandinfo erhalten, dass sich das Paket in der Zustellung befindet, kam ein paar Stunden später eine weitere Benachrichtigung, dass der Empfänger unbekannt sei und das Paket daher wieder zurückgeschickt wurde – whaaa! Während mein Bacalhau nun munter durch den Irrgarten der deutschen Post wandert (ein Glück handelt es sich um getrockneten Fisch und keinen frischen….), habe ich mich dazu entschlossen direkt zu den alternativen Variationen überzugehen. Immerhin soll das nachkochen Spaß bereiten und nicht in einer Fisch-Kamikaze-Jagd enden!
Das Petisco habe ich eben mal kurz in `Pastéis de Peixe‘ umgetauft, was wörtlich übersetzt Fischgebäck bedeutet (spricht sich ungefähr so aus: ‚Paschteisch de Peische‘).
 
Als Bacalhau-Ersatz habe ich Stremmellachs, Thunfisch und geräuchertes Buttermakrelenfilet verwendet. Im Prinzip lässt sich das Rezept mit jedem beliebigen Fisch variieren, solange du darauf achtest, dass der Fisch kretenarm ist. Idealerweise verwendest du geräucherten Fisch, das erleichtert die Zubereitung! Die Buttermakrele hat mir die Dame an der Fischtheke empfohlen und ich persönlich finde, dass es dem Original sehr nahe kommt.
Bist du neugierig auf das Rezept?
 

Pastéis de Peixe
Portugiesische Fischbällchen
Autor: Fernwehküche
Zutaten
Du benötigst
  • 600 g Kartoffeln weich kochend
  • 2 große Stücke Fischfilet
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 1 Zwiebel
  • 100 ml Milch
  • 2 Eier
  • Salz und Pfeffer nach belieben
  • Öl zum frittieren
Anleitungen
Und so werden die Fischbällchen zubereitet
  1. Die Kartoffeln im Salzwasser kochen. Wenn diese weich gekocht sind, die Kartoffeln stampfen und zu Püree verarbeiten.
  2. Den Fisch in kleine Stücke zerrupfen und evtl. die Kreten entfernen. Anschließend mit dem Kartoffelpüree vermengen.
  3. Die Zwiebel klein Würfeln und in Olivenöl dünsten.
  4. Die Petersilie fein hacken. Die Eier kurz aufschlagen. Petersilie, Eier und Zwiebeln zum Kartoffelpüree hinzugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  5. Das Kartoffelpüree zu kleinen Bällchen oder Kroketten formen und im Öl goldbraun anbraten.
  6. Anschließend aus der Pfanne nehmen und auf einem mit Küchenrolle ausgelegten Teller abkühlen lassen. Die Küchenrolle saugt das überschüssige Öl auf.
Rezept-Anmerkungen

Mein Tipp:
Wer es gesund mag kann die Bällchen auch in Kokosöl oder Ghee anbraten. Dies gibt den Bällchen eine feine Kokos- oder Butternote.

 

Bei meinem Küchenexperiment habe ich natürlich auch versucht, die typische Form der ‚Pastéis de Bacalhau‘ nachzuahmen. Wenn man mal den richtigen Handgriff raus hat, ist es eigentlich gar nicht mehr schwer. Ich musste jedoch ein bisschen üben, bis man den Dreh raus hat und habe mir hier abgeschaut wie es geht ;)

Bereit für weitere Ausflüge in die Kräuterküche?

Ich überreiche den Kochlöffel hiermit an die liebe Viktoria, die auf ihrem Blog Eine Portion Glück zauberhafte Kleinigkeiten vorstellt, die glücklich machen. Du darfst gespannt sein, für welches Kraut sie die Patenschaft übernommen hat und was sie tolles für uns vorbereitet hat!
Weitere Infos zum Geschmacksevent und den Kräutern, die während unserer Kräutertage vorgestellt werden, findest du auf Julianes Blog. Hüpfe unbedingt mal zu @Geschmacksliebe rüber und klicke dich durch die tollen Rezepte, die bereits online gegangen sind.
 

Ich hoffe, dir hat der kleine Ausflug in die portugiesische Küche Spaß gemacht und ich bin gespannt, auf dein Feedback und Erfahrungen beim nachkochen des Rezeptes.

Bom proveito

Comments

  1. Leave a Reply

    Tina
    29. März 2018

    Liebe Katrin,
    Ich liebe Petersilie und habe auch eigentlich immer welche eingefroren. :-)
    Deine Fischküchlein sehen richtig gut aus!

    Liebe Grüße
    Tina

  2. Leave a Reply

    Nina
    25. März 2018

    Liebe Kathrin,
    Dein Rezept klingt einfach fantastisch 😍. Da ich mich in der portugiesischen Küche nicht auskenne, freue ich mich umso mehr wieder etwas – für mich – ganz Neues kennenlernen zu dürfen.
    Viele liebe Grüße
    Nina

    • Leave a Reply

      Fernwehküche
      26. März 2018

      Liebe Nina,
      Das freut mich sehr ❤️ Ich wünsche dir ganz viel Freude beim ausprobieren und hoffe, dass dir der Ausflug in die portugiesische Küche wohl bekommt 😉

      Liebe Grüße,
      Katrin

  3. Leave a Reply

    Anika
    24. März 2018

    Das hört sich lecker an und ich bin froh, dass du Alternativen zum Stockfisch gefunden hast.

    Lg Anika

    • Leave a Reply

      Fernwehküche
      24. März 2018

      Vielen Dank liebe Anika! Auch wenn ich das portugiesische Original liebe, finde ich es wichtig Alternativen auszuprobieren – man sieht ja, es ist nicht immer ganz so einfach, die Originalzutaten zu beschaffen ;-)

      Liebe Grüße,
      Katrin

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