Rabanadas – Portugiesische Arme Ritter

#Portugiesisch, Süßes | 4. Dezember 2017 | By

Rabanadas (ausgesprochen: Rabanaaadasch) werden als traditionelles Weihnachtsgebäck serviert und sind hierzulande als Arme Ritter bekannt. In Portugal werden sie überwiegend in einer Mischung aus Ei und Milch getunkt und nach dem Frittieren mit Zimt und Zucker bestreut. Mein Lieblingsrezept ist eine weitere Variante bei der etwas Portwein zur Ei-Milch-Soße hinzugeben wird. Heute stelle ich dir beide Varianten vor.

Rabanadas

Erinnerungen… Mein erstes Weihnachtsfest in Portugal. Freudige Erwartung, kindliche Aufregung und ein Hauch von Melancholie zugleich. Weit weg von der Familie, um die sich gerade während der Weihnachtszeit alles dreht. Weit weg, im strahlend schönen Portugal. Während in Deutschland oftmals der erste Schnee in der Vorweihnachtszeit fällt, scheint in Lissabon die Sonne über die Dächer hinweg. In den Abendstunden kriecht der Nebel zwischen den Häusern entlang. In der Wohnung wird es ohne Heizung kalt – richtig kalt. Es wird viel Tee gekocht, um sich ein bisschen aufzuwärmen und die Wärme wird in den Cafés und Tavernen aufgesucht, in denen sich die Leute tummeln um vor der Kälte in den eigenen vier Wänden zu fliehen.

Rabanadas

Festliche Weihnachtsstimmung in den Straßen von Lissabon, ein wahnsinniges Weihnachtslichter-Spektakel in den Kaufhäusern. In der Weihnachtsnacht kommen die Familien zusammen und es werden zahlreiche Speisen und Gänge aufgetischt. Nach 5 Monaten in Portugal hatte uns unsere Freundin Paula eingeladen, das Weihnachtsfest gemeinsam mit ihrer Familie zu feiern.

Es wurde traditionell gespeist. Als Hauptgang gab es Bacalhau mit ‚Couve Galege‘ und gekochten Kartoffeln ‚Bacalhau vom Todos‘. Zum Dessert wurden wir mit einer unglaublichen Vielfalt an Süßspeisen überwältigt. Rabanadas, Aletria, Bolo de Rei, Filhos, Pudim, Leite Creme und noch vieles, vieles mehr. Natürlich kamen wir nicht umhin, von jeder einzelnen Speise zu probieren!

Rabanadas

Mit dem Vorsatz irgendwann einmal all diese Köstlichkeiten einmal nach zu backen und zu kochen und ein bisschen vom portugiesischen Weihnachtsgeist hervorzurufen, habe ich heute das Rezept für die Rabanadas – die portugiesische Variante von Arme Ritter – ausprobiert.

Als traditionelles Weihnachtsgebäck serviert, werden sie überwiegend in einer Mischung aus Ei und Milch getunkt und nach dem Frittieren mit Zimt und Zucker bestreut. Mein Lieblingsrezept ist eine weitere Variante bei der etwas Portwein zur Ei-Milch-Soße hinzugeben wird. Heute stelle ich dir beide Varianten vor:

Rabanadas
Arme Ritter - das klassische Weihnachtsrezept
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Für ca. 15 Rabanadas benötigst du
  1. 1 Kastenbrot (Weißbrot), in fingerbreite (ca. 1,5 cm dicke) Scheiben geschnitten
  2. 2 Eier
  3. 1 Dose Kodensmilch
  4. 300 ml Milch
  5. Zimt-Zucker-Mischung
So werden die klassischen Rabanadas zubereitet
  1. Vermische die Milch mit der Kodensmilch und gebe Sie in eine flache Schüssel oder in einen Suppenteller.
  2. In einer anderen flachen Schüssel oder in einem weiteren Suppenteller die Eier verquirlen.
  3. Die Brotscheiben zuerst in die Milchmischung legen und ein paar mal umdrehen.
  4. Im nächsten Schritt die Brotscheibe in die Eimasse legen und ebenfalls umdrehen.
  5. Achte hier auf die Reihenfolge der Schritte: Wird das Brot zuerst in die Eimasse gelegt, schmecken die Rabanadas nach Ei und nicht nach Kodensmilch.
  6. Bevor die Rabanadas angebraten werden, bereite einen weiteren Teller bzw. eine flache Schüssel vor und mische den Zimt-Zucker an.
  7. Butter in einer Pfanne zergehen lassen und die Rabanadas von beiden Seiten anbraten.
  8. Aus der Pfanne in die Zimt-Zucker-Mischung legen und ein paar mal umdrehen. Rabanadas haben eine ordentliche Zimt-Zucker-Kruste. Durch das Fett beim braten, haftet die Zimt-Zucker-Kruste schön an der Oberfäche der Rabanadas.
  9. Als ‚kalorienarme' Variante (wobei die Sache mit den Kalorien relativ ist ;-)) können die Rabanadas auch im Backofen zubereitet werden. Hierzu einfach eine Auflaufform mit ordentlich viel Butter einfetten, die Brotscheiben nebeneinander in die Form legen und das ganze bei 180° ca. 30 Minuten backen. Achtung: die Brotscheiben sollten nicht aufeinander gelegt werden, die kleben nämlich sonst zusammen. Außerdem sollten die Brotscheiben alle 10 Minuten umgedreht werden.
Mein Tipp
  1. Ich habe bereits beide Optionen ausprobiert und muss ehrlich sagen, dass die Ofenvariante nicht wirklich für mich funktioniert hat. Die Rabanadas backen zwar schön aus, aber je nach Größe der Brotscheiben und nach der Menge, die man zubereitet, bedarf es entweder mehrerer Auflaufformen oder einer riesengroßen Form. Außerdem fehlt es dann an ‚Kleber‘ für die Zimt-Zucker-Kruste. Allerdings stehe ich auch nicht so gerne ewig vor der Pfanne, ich bin manchmal einfach zu ungeduldig und verzichte gerne auf die Warterei. Deshalb backe ich die Rabanadas inzwischen im Ofen vor und brate sie dann nur noch kurz in Butter an. Schmeckt super, das Zuckerkrustenproblem ist auch gelöst und das Leben ist ohnehin zu kurz um die Zeit mit kalorienzählen zu vergeuden 😉
Fernwehküche http://www.fernwehkueche.de/
Rabanadas

Portwein-Rabanadas
Mein Rezeptliebling
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Für die Rabanadas benötigst du
  1. 500 ml Milch
  2. 1/2 Kastenbrot (Weißbrot), in Scheiben geschnitten
  3. 1 Zimtstange
  4. 1 Prise Salz
  5. 60 g Zucker
  6. 75 ml Portwein
  7. 4 Eier
  8. Die Schale einer halben Biozitrone
  9. Zimt-Zucker-Mischung
Für die Deko
  1. Zimtstangen
  2. Zitronenschale
So bereitest du die Rabanadas zu
  1. In einem Topf die Milch mit dem Zucker, der Zitronenschale und der Zimtstange erhitzen und unter ständigem rühren 2 Minuten köcheln lassen.
  2. Vom Herd nehmen, abkühlen lassen und den Portwein unterrühren.
  3. Die Brot-Scheiben in der Milch-Portwein-Soße kurz einweichen und in einer Schüssel oder Servierschale auf die Seite stellen. Je dünner und weicher das Brot, desto schneller solltest du die Scheiben wieder aus der Flüssigkeit holen um zu verhindern dass das Brot durchweicht. Bei dickeren Scheiben solange warten, bis das Brot die Flüssigkeit aufgesogen hat.
  4. Die Eier mit einer Prise Salz aufschlagen und die Brotscheiben durch die Ei-Masse ziehen, bevor diese im Anschluss frittiert werden.
  5. In einer mit Olivenöl oder Öl erhitzten Pfanne, die eingeweichten Brotscheiben von beiden Seiten frittieren.
  6. Aus der Pfanne nehmen und auf Küchenrolle legen, um das überschüssige Öl abtropfen zu lassen.
  7. Die noch heißen Rabanadas mit Zimt und Zucker bestreuen.
  8. Nach Belieben vor dem Servieren mit den Zimtstangen und der Zitronenschale dekorieren.
Notes
  1. Die Rabanadas schmecken auch mit Honig super lecker.
Fernwehküche http://www.fernwehkueche.de/
Rabanadas

Ich hoffe, du hattest einen wunderschönen ersten Advent und wünsche dir eine ruhige und stressfreie Vorweihnachtszeit.

Bom proveito e até já!

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